Literatur

literatur1Michael Harner (1972) – The Jivaro: People of the Sacred Waterfalls

Michael Harners anthropologische Studie über die Shuar im Amazonastiefland Südamerikas, östlich der Anden in Ecuador, bietet tiefe Einblicke in Natur, Kultur und Spiritualität einer indigenen Tradition im klassischen Sinne.

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Michael Harner offenbart in ´The Jivaro: People of the Sacred Waterfalls´ tiefe Einblicke in eine Kultur, die nicht nur in einer sehr speziellen natürlichen Umgebung – dem Amazonastiefland – beheimatet ist, sondern auch besondere kulturelle bzw. spirituelle Spezifika aufweist.
Die Shuar (früher: Jivaro) lebten zur Zeit der Feldforschungen Harners in einem Umfeld, das stark von Misstrauen, teils auch den unmittelbaren Nachbarn gegenüber, geprägt war. Nicht nur aus profanen Zwecken, sondern auch aufgrund sehr differenzierter Seelenvorstellungen.
Harner zeichnet ein eindrückliches Bild einer Kultur, deren Leben durchwirkt von Spiritualität und Geistern ist; die die alltägliche Wirklichkeit als ´Lüge´, die nicht-alltägliche Wirklichkeit als ´reale Welt´ ansieht; die aber auch geprägt ist von allgegenwärtigen Gefahren und dem Einsatz spiritueller Kräfte zum Schaden anderer.
Das Studium der Shuar hat nicht nur Erkenntnishorizonte für Harner eröffnet und damit wesentliche Impulse auf die Entwicklung des Core-Schamanismus ausgeübt; es lohnt für Schamanismus-Interessierte auch heute noch, sich mit dieser – aus westlicher Sicht teils fremd anmutenden – Tradition auseinanderzusetzen.

272 Seiten, Taschenbuch
ISBN: 978-0520050655, University of California Press, € 30,80

hallucMichael Harner (ed.) (1973)
Hallucinogens and Shamanism

In diesem Buch wird im Rahmen verschiedener Beiträge die Relevanz psychoaktiver Pflanzen für die schamanische Arbeit diskutiert – sowohl den klassisch indigenen Bereich betreffend, aber auch in Bezug auf Kulturen, die dem Einfluss der so genannt westlichen Lebensweisen ausgesetzt waren oder sind.

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Halluzinogene – oder: psychoaktive Substanzen – schaffen Zugang zu universell anmutenden Erfahrungen, die auch und vor allem in der schamanischen Arbeit eine große Rolle spielen: das Erleben einer Trennung von Körper und Seele, die Wahrnehmung außerkörperlicher Reisen, insbesondere Flüge, oder der Kontakt zu übernatürlichen Wesen, Geistern und Gottheiten. Diese transkulturell beobachtbaren Phänomene entwickeln eine unmittelbare Relevanz durch die Einbettung in konkrete, in lokale Traditionen.
Das Spektrum der Beiträge im Buch ´Hallucinogens and Shamanism´ – eine der ersten Publikationen, die sich dem Thema psychoaktiver Substanzen im Schamanismus auf seriös wissenschaftliche Weise näherte – reicht von der Rolle halluzinogener Pflanzen in europäischen Traditionen über den Gebrauch des zentralen halluzinogenen Getränks Ayahuasca (auch yagé oder caapi) in Südamerika über den Einsatz von Peyote oder Pilzen bei zentral- und nordamerikanischen Kulturen bis hin zu transkulturellen Studien.
Anhand der angeführten Beispiele wird deutlich, dass psychoaktive Pflanzen – als Teil der unmittelbaren Natur – einen fixen Platz in der schamanischer Arbeit hatten und haben. Nicht nur, weil deren Verwendung bewusstseinsverändernd wirkt, sondern vor allem weil durch die Sammlung und den Verzehr von bestimmten Pflanzen der Kontakt zu spezifischen Geistern möglich wird, die im betreffenden natürlichen und kulturellen Umfeld beheimatet sind und entsprechend integraler Teil der spirituellen Tradition sind oder waren.

216 Seiten, gebunden
ISBN: 978-0195016505, Oxford University Press, € 24,26

derwegMichael Harner (2011; Erstausgabe 1980)
Der Weg des Schamanen – Das praktische Grundlagenwerk zum Schamanismus

Michael Harner legte 1980 mit ´Der Weg des Schamanen´ das Grundlagenwerk zum praktischen Schamanismus vor. Damals wie heute aktuell gilt es als die klassische Lektüre des von ihm maßgeblich entwickelten Core-Schamanismus. Lesen Sie in der Folge eine Rezension von Andreas J. Hirsch.

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Das Buch „Der Weg des Schamanen“ von Michael Harner – 1980 in seiner amerikanischen Erstausgabe erschienen – ist ein Klassiker und ein Meilenstein. Ein Meilenstein darf das Buch genannt werden, weil es den Beginn eines höchst bemerkenswerten Vorganges markiert: der Renaissance des Schamanismus in Europa und Nordamerika. Der Autor, der US-Anthropologe Michael Harner, nimmt in dieser Renaissance eine Schlüsselstellung ein, denn er hat den Core-Schamanismus entwickelt, der als Essenz verschiedenster schamanischer Kulturen das Tor zu schamanischer Erfahrung für viele Menschen in den Industrienationen geöffnet hat. Die Wiederbelebung des Schamanismus vollzog sich zunächst in zahlreichen Seminaren der von Michael Harner begründeten Foundation for Shamanic Studies, die dem Erlernen der Methoden gewidmet sind. Solches Lernen findet auch heute in einer mündlichen Tradition statt, da es um die eigene Erfahrung und den eigenen Kontakt zu den Geistern geht. Entsprechend wird man im Core-Schamanismus Dogmen, Lehrsätze und (heilige) Schriften vergeblich suchen.

Dennoch ist das geschriebene Wort auch in der schamanischen Renaissance nicht gänzlich ohne Bedeutung. Es ist eben genau dieses Buch – „Der Weg des Schamanen“ –, das viele Menschen bis heute auf ihrem eigenen schamanischen Weg begleitet. Das mag auch damit zusammenhängen, dass Michael Harner darin zunächst seine eigene schamanische Initiationsgeschichte, seinen Weg vom beobachtenden akademischen Forscher zum aktiven schamanisch Praktizierenden, beschreibt. Auch wenn unser eigener Weg nicht in den lateinamerikanischen Regenwald führt, wenn wir für unsere ersten schamanischen Erfahrungen und unsere schamanische Praxis unser gewohntes Umfeld gar nicht zu verlassen brauchen, die Schwelle unserer Ängste, Unsicherheiten und Zweifel müssen wir allemal überwinden. Bei Michael Harner finden wir dafür Inspiration und Ermutigung.

Der Prozess, in dem wir tiefer und tiefer in die schamanische Praxis eintauchen – sei es durch den Besuch von Seminaren, sei es durch die Arbeit in Trommelgruppen und die eigene schamanische Heilarbeit – ist ein beständiges Lernen. Für diesen Lernprozess sind in „Der Weg des Schamanen“ viele wertvolle Hinweise, Erfahrungwerte und methodische Erläuterungen enthalten. So werden Themen schamanischer Grundtechniken wie die schamanische Reise, die Arbeit mit Kraft und Krafttieren sowie ausgewählte fortgeschrittene Methoden wie die schamanische Extraktion oder die Bedeutung von Träumen behandelt. Bücher können zwar die Praxis und die eigene Erfahrung nicht ersetzen, aber sie können wie dieses kundige und weise Begleitung bieten. In diesem Sinne ist dies ein unverändert aktuelles Buch.

Wenn in den Jahrzehnten seit dem ersten Erscheinen des Buches die Renaissance des Schamanismus in breiter und weitreichender Weise Gestalt angenommen und der Schamanismus – nach vielerlei Widerständen – in gewisser Weise in der Mitte unserer Gesellschaften angekommen ist, dann tut es auch gut, sich der Anfänge dieser Renaissance zu vergewissern. Denn nur so können wir beginnen zu verstehen, was diese Wiederbelebung schamanischen Wissens für uns Menschen und für die Natur, deren Teil wir sind, bedeuten mag. „Der Weg des Schamanen“ von Michael Harner kann mit Fug und Recht als Klassiker zu bezeichnen.

256 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag,
ISBN: 978-3-7787-7454-0, Ansata, € 20,60

hoehleMichael Harner (2013)
HÖHLE UND KOSMOS: Schamanische Begegnungen mit der verborgenen Wirklichkeit (nunmehr: Die Wirklichkeit des Schamanen)

Michael Harner, einer der bedeutendsten Schamanismus-Experten, präsentiert mit ´Höhle und Kosmos´ die Essenz seiner wissenschaftlichen wie praktischen Arbeit von mehr als 50 Jahren. Der Gründer der Foundation for Shamanic Studies belegt eindrücklich die Existenz von Geistern und leistet mit einer Kartografie der nicht-alltäglichen Wirklichkeit einen unschätzbaren Beitrag zur Schamanismusforschung. Im Folgenden finden Sie eine Leseprobe (S. 305ff.).

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Die weit verbreitete Ansicht, dass Geister, etwa menschliche Seelen, wirklich existieren, ist für die moderne Wissenschaft inakzeptabel, und das schon seit einigen Jahrhunderten. Ein Geist, nämlich Gott, wird zwar mitunter erwähnt (zum Beispiel von Albert Einstein), in ihrer Gesamtheit aber gelten Geister und Seelen als Anathema und unvereinbar mit dem naturwissenschaftlichen Weltverständnis. Anders ausgedrückt: Die westliche Naturwissenschaft beruht auf einem Glauben – dem Glauben, dass Geister nicht existieren können. Historisch hängt diese Haltung mit den Angriffen der Kirche auf so bahnbrechende Forscher wie Galileo Galilei und Nikolaus Kopernikus in den Zeiten der Renaissance und Reformation zusammen. Als Reaktion verfügten westliche Naturwissenschaft und Medizin während der „Aufklärung“, es gebe keine Geister und Seelen; deshalb seien sie weder für die wissenschaftliche Forschung noch für die medizinische Praxis von irgendeiner Bedeutung.

Immanuel Kant und die Geister
Historisch mag diese Position verständlich sein. Dass sie aber auch heute vertreten, also das Apriori, bestimmte Phänomene würden nicht existieren, noch aufrecht erhalten wird, schränkt die Wissenschaft erheblich ein. Mit dieser Auffassung stehe ich keineswegs allein. Mein Kollege Paul Uccusic hat mich darauf hingewiesen, dass schon der große Philosoph Immanuel Kant über Geister sagte: Was können wir nun von den Geistern a priori erkennen? Wir können uns Geister nur problematisch denken, das heißt, es kann kein Grund a priori angeführt werden, dieselben zu verwerfen . . . Wir können uns recht gut Wesen vorstellen, die gar keinen Körper haben und dennoch denken und wollen.“ (Hervorhebungen im Original).
Auch heute muss die Naturwissenschaft die Nichtexistenz von Geistern erst noch beweisen. Denn wie Karl Popper feststellt, gehört die Widerlegung beziehungsweise Falsifizierung einer Theorie zu den Grundpfeilern der Wissenschaft. Und solange die Theorie der Existenz von Geistern nicht widerlegt ist, kann sie logischerweise nicht einfach ignoriert werden. Mit anderen Worten: Die ziemlich unwissenschaftliche Haltung der Wissenschaft, der zufolge es keine Geister gibt, ist reine Glaubenssache – und erinnert ironischerweise an religiöse Dogmen.

Heilungen und Wunder
Eine bemerkenswerte Ausnahmeerscheinung innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinde war der große englische Naturforscher Alfred Russel Wallace, der zeitgleich mit Charles Darwin eine Theorie der natürlichen Auslese aufstellte. Nachdem Darwins revolutionierendes Werk „Über die Entstehung der Arten“ 1859 erschienen war, widmete sich Wallace akribisch der Erforschung der Geister und veröffentlichte 1874 sein Buch „Miracles and Modern Spiritualism“ („Wunder und moderner Spiritualismus“). Trotz Wallaces sorgfältiger Recherchen traf das Werk allgemein auf Ablehnung. Als Reaktion auf seine Kritiker schrieb der Autor 1896 in einer späteren Ausgabe des Buches: „Jene Theorie ist die wissenschaftlichste, die die ganze Reihe von Phänomenen erklärt; deshalb behaupte ich, dass die Geister-Hypothese die wissenschaftlichste ist, denn selbst die, die ihr am heftigsten widersprechen, räumen oft ein, dass sie alle Fakten erklärt, was sich über keine andere Hypothese sagen lässt“.
Anders als die Westler, die Wallaces Buch ablehnend gegenüberstanden, waren indigene Schamanen schon lange zuvor zu ganz ähnlichen Schlussfolgerungen gelangt wie er. Die Ergebnisse, die sie in zahllosen Heilexperimenten an ihren Patienten erzielt hatten, und das oft in Situationen, in denen es um Leben oder Tod ging, bestätigten Wallaces Schlüsse (oder besser gesagt umgekehrt: seine bestätigten die ihren). Und das schon seit vielen Jahrtausenden in Tausenden unterschiedlicher Kulturen unabhängig voneinander auf fünf Kontinenten. Was nicht weiter überrascht: Die Grundlagen der indigenen schamanischen Praxis sind einander überall auf der Welt bemerkenswert ähnlich und bilden auch die Basis des Core-Schamanismus.
Wie Wallace gezeigt hat, lassen sich solche Phänomene am besten anhand des wissenschaftlichen Prinzips der Sparsamkeit im Umgang mit theoretischen Annahmen („Ockhams Rasiermesser“) verstehen, und entsprechend lautet die Erklärung einfach: Geister sind real. Was nicht heißt, dass man auf den Versuch verzichten sollte, auch nichtspirituelle Erklärungen für die schamanischen Phänomene zu finden.
Zu den berühmtesten dieser „unmöglichen“ Phänomene gehören die Berichte über Nahtoderfahrungen. Für die Wissenschaft sind sie nach wie vor unerklärlich. Ein Spezialist in Sachen Nahtoderfahrungen sagt zur herrschenden Situation: „In dreißig Jahren wissenschaftlicher Forschung ist es immer noch nicht gelungen zu erklären, wieso es überhaupt zu Nahtoderfahrungen kommt.“

Auch Telepathie ist ungeklärt
Als ich Charles Tart – einen Pionier strikt wissenschaftlicher Ansätze auf dem Gebiet der Parapsychologie – einmal fragte, auf welchen Mechanismen eigentlich die Telepathie beruht, antwortete er ähnlich: „Ich habe nicht die geringste Ahnung und kann mir auch nicht vorstellen, dass es irgendjemandem anders geht.“ Später fügte er hinzu: „Die wissenschaftlichen Versuche, Nahtoderfahrungen und parapsychologische Phänomene zu erklären, sind an ihre Grenzen gestoßen, und zwar teilweise aufgrund vieler psychologischer Schwierigkeiten auf diesen Gebieten, zum Teil aber auch, weil die Existenz von Geistern a priori bestritten wurde.“
Diese Grenzen mögen sich jetzt verschieben, und Charles Tart schließt die Möglichkeit nicht mehr aus, dass Geister auf seine Versuche einwirken könnten. Denn er sagte: „Selbstverständlich bin ich offen gegenüber der Tatsache, dass es eine irgendwie geartete geistige Welt gibt und ich manchmal, vielleicht sogar oft, ‚Mit-Experimentatoren‘ habe, von denen ich nicht weiß, was sie mit diesem oder jenem Experiment beabsichtigen.“
Alfred Russel Wallace zufolge bietet die Existenz von Geistern Erklärungen für eine Vielzahl ansonsten unerklärlicher Phänomene, die von anderen in die nichtkausalen Kategorien „Zufall“ oder „Synchronizität“ abgeschoben werden. Überraschen sollte uns seine Aussage allerdings nicht; schließlich wird die Existenz der Geister kulturübergreifend seit Jahrtausenden von Schamanen bestätigt und bekräftigt, und getestet wurde sie von ihnen obendrein. Sobald man verstanden hat, dass es Geister wirklich gibt, wird vieles, was Außenstehende für ausgeschlossen halten, verständlich. Und es lässt sich auch reproduzieren.

480 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag,
ISBN 978-3-7787-7483-0, Ansata, € 25,70
Auszug mit freundlicher Genehmigung des Ansata-Verlages, München

Andreas J. Hirsch, Alexandra Uccusic (2015)
FLORIAN FEDERLEICHT UND DIE SUCHE NACH DER ZAUBERPERLE – EIN KINDERBUCH

Der Protagonist Florian bricht in eine andere Welt auf, um Hilfe für seinen kranken Bruder zu holen. Er begegnet u.a. dem Vogel Orlando, trifft auf Flugschafe, muss das Tal der schreienden Felsen passieren und erhält Hilfe von einer weisen Frau. Das Geheimnis der Zauberperle erfährt er erst am Ende. Eine Geschichte über Heilung.

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„Zitternd streckt Florian die Hand aus und, tatsächlich, da ist eine Wand aus weichem Fell in allen Farben. Er steht auf seinem Bett und tastet die Wand ab. Eine ganze Wand aus Fell!
Die Wand muss einfach nachgegeben haben, denn Florian plumpst hinein in all das Fell. Etwas Weiches streift sein Gesicht, dann ist es plötzlich Morgen, und Florian findet sich auf einem Hügel wieder. Die Wand ist weg und Florians Zimmer und – als er sich umdreht – auch das ganze Haus. Hinter der Wand ist-also-ein-anderes-Land, staunt Florian.“ (S. 6)
In diesem Land hinter der Wand hat Florian verschiedene Aufgaben zu bestehen, um Hilfe für seinen kleinen Bruder Maxi zu holen, der schwer erkrankt ist. Er begegnet Orlando, dem Vogel, schleimigen Riesenschnecken, bunten Iglus, die sich als Schildkröten entpuppen, dem König der Fische und Flugschafen; hat das Tal der schreienden Felsen zu durchschreiten und die Monster der dunklen Höhle zu konfrontieren. Er findet aber auch Unterstützung auf seinem Weg – etwa durch Genoveva, die junge Gnu-Dame, Ursula, die Riesenkröte, oder eine große, majestätische Frau im langem, blütenweißen Gewand.
Florian ist weder ausgesprochen mutig noch ist er sonderlich erpicht darauf, die auf ihn wartenden Abenteuer zu bestehen. Was ihn antreibt, ist die Sorge um seinen Bruder. Er findet letztlich, was gefehlt hat: „Die Kraft der Liebe, die das Bild der Heilung hervorbringt.“ (S. 55)
Und die Zauberperle?

64 Seiten, Hardcover, durchgehend farbig bebildert.
ISBN 978-3-9503702-3-2, Edition Kastanienfluss, € 16,80
Auszug mit freundlicher Genehmigung des Verlages

tuwaMongusch B. Kenin-Lopsan (2011)
SCHAMANENGESCHICHTEN AUS TUWA

Mongusch Borachowitsch Kenin-Lopsan hat über Jahrzehnte hinweg Schamanengeschichten in seiner Heimat Tuwa, einer autonomen Republik im Süden Russlands, gesammelt. Diese Geschichten stellen einen wahren Schatz schamanischer Kultur dar und laden zu vertiefendem Studium ein. Finden Sie im Folgenden eine Leseprobe.

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Wie die Schamanin Tschoodu einen Sattel vom Himmel holte
Meine Großmutter, die Schamanin Tschoodu, konnte Gegenstände vom Himmel holen (Verlorenes wiederfinden, d. Üs.). Hatten ihre Nachbarn keinen Tabak mehr, dann holte sie den vom Himmel, obwohl sie selbst nicht rauchte, und verteilte ihn unter den Jungen, so sagt man.
Wenn Leute Gegenstände verloren hatten, etwa Ringe, Feuerzeuge, Messer und Lassos, pflegten sie zu Tschoodu-Cham zu gehen. Meine Großmutter konnte Gegenstände finden, auch wenn diese drei Jahre zuvor verloren gegangen waren..
Einmal im Herbst kam ein Mann und brachte meiner Großmutter Lebensmittel und Araga (Milchschnaps). „Ich legte meinen Sattel auf den Zaun meiner Schafweide und konnte ihn danach nicht mehr finden. Ich weiß nicht, wer ihn gestohlen hat. Ich wollte dich bitten, mir meinen Sattel wiederzubeschaffen..
Meine Großmutter, eine Himmelsschamanin, schamanisierte die ganze Nacht. Als die Sterne verblassten und der Tag anbrach, fiel der verlorene Sattel herunter – zur Jurte, so erzählt man. . .
Chowalyg Damba-Sürün Okaj-oolowitsch

Die sieben grauen Wölfe des Schamanen Kaigal-Cham
In Chöndergej im Bezirk Tschöön-Chemtschik lebte der Schamane Kaigal-Cham, der seine Herkunft vom Himmel ableitete. Einmal verlangte der Bezirkschef Sengin, ein böser und grausamer Mann vom Stamme der Ondar, nach Kaigal-Cham. Der war ein wundertätiger Schamane.
Nachdem der Schamane Sengins Puls geprüft hatte, ließ Sengin ihn auspeitschen und entließ ihn dann, so erzählt man. Nahezu jeder, der an Sengins Jurte vorbeiging, wurde festgenommen und erst freigelassen, nachdem man ihn bewusstlos ge-prügelt hatte.
Kaigal-Cham wurde neuerlich gerufen. Er betrat Sengins Jurte und wusste, dass er nur mutwillig und ohne Anlass geholt worden war. So prüfte er nicht den Puls, sondern beschloss, dem grausamen Mann eine Lehre zu erteilen. Er öffnete sein Fellbün-del, nahm seine schamanischen Ritual-gegenstände wie Mantel, Kopfputz, Schlägel und Trommel heraus. Mit ihnen sprangen sieben graue Wölfe aus dem Sack. Sengin erschrak und verlor seine Stimme.
„Du wirst hier deine Herrschaft verlieren, wenn du weiterhin die Menschen so misshandelst. Wenn du dich weiter so miserabel benimmst, wirst du entweder erschossen oder aufgehängt“, warnte ihn Kaigal-Cham.
„Ai! Mögest du gesegnet sein“, antwortete Sengin. Zum Dank schenkte er Kaigal-Cham ein graues Pferd.
Mongusch Maas Serembylowitsch

Wie die Schamanen Bajür-Cham und Kara-Cham einander auffrassen
Als ich klein war, kam es vor, dass Schamanen einander „auffraßen“. So etwas habe ich mit meinen eigenen Augen gesehen.
In Kara-Dyt, am linken Ufer des Flusses Tschadan, lebte die Schamanin Bajür-Cham. Sie war die Tochter der uralten Schamanin Tenek-Kadaj. Sie konnte, so erzählte man unter den Leuten, Dinge vom Himmel holen und sich selbst Schuss- oder Schnittwunden beibringen. Ihr Nachbar, der Schamane Kara-Cham, pflegte Feuerrituale abzuhalten oder mit Stierköpfen oder den Kräften der Taiga zu arbeiten, um Menschen zu heilen.
Ich war damals etwa sieben Jahre alt und hörte die Erwachsenen sagen: „Diese zwei Schamanen bekämpfen einander. Ihr kleinen Kinder, geht niemals in deren Nähe. Wütende Schamanen können jeden Menschen auffressen.“
Es hieß, dass die Schamanen während ihrer Rituale einander verfluchten. Wenn zwei Schamanen einander hassen, machen sie gegeneinander Kargysch, Verfluch-ungsrituale; auch auf große Entfernungen – wenn Berge zwischen ihnen liegen oder tiefe Flüsse. Stärkere Schamanen fressen dabei die schwächeren.
Ja, ich sah den Schamanen Bajür-Cham und Kara-Cham zu. Sie stellten ihre Jurten unter den Föhren auf einer Waldlichtung auf.
Der Eingang der einen Jurte wies nach Osten, die andere hatte ihren Eingang nach Westen. Gut versteckt beobachtete ich, wie sie ihre nackten Beine unter den Wänden der Jurten durchstreckten – gegeneinander gerichtet. So lagen sie auf dem Boden und flüsterten ihre Sprüche. In dieser Zeit wagte es niemand, sich den Jurten zu nähern. Nach fünf Tagen starben sie, beide am selben Tag.
„Sie waren gleich stark, deshalb brachten sie einander mit dem Kargysch-Ritual um“, so erklärten das die Menschen in der Umgebung.
Ich war dabei, als diese zwei gegeneinander kämpften.
Dongak Barükaan Churalbajewna

Wie der Rachegeist Buk entsteht
Wenn jemand lügt, erscheint Buk, übersetzt „Satan“ oder „Rachegeist“. Wenn jemand einen Menschen umbringt, kommt Buk. Nach tuwinischer Tradition findet jemand seinen Buk, wenn er etwas falsch gemacht hat.
Buk kann dem menschlichen Auge unter verschiedenen Gestalten erscheinen. Wenn sich ein Mensch falsch verhält, kann Buk in Gestalt eines Hundes in der Nähe seiner Jurte erscheinen. Er kann auch die Gestalt eines Vogels, einer Biene, eines Schafes oder auch die Gestalt eines Wolfs annehmen.
Wenn eine Jurte Opfer eines Buk geworden ist, sterben alle: Der Vater, die Mutter, die Kinder. Auch das Vieh und die Verwandten jener Person, die Buk nicht überwunden hat, sterben. Buk kann nur von einem starken Schamanen besiegt werden. Bei uns, am Fluss Many-Tschurek, lockt der Schamane Buk in eine Höhle, schließt sie ab und versiegelt sie, so erzählt man.
Oorschak Öktek-ool Samynaowitsch

Schamanengeschichten aus Tuwa
Mit einem Vorwort von Michael Harner, herausgegeben von Paul Uccusic, Illustrationen von Alexandra Uccusic und Waleri Jelisarow, viele Fotos.

Herausgegeben von Paul Uccusic. Aus dem Russischen von Isolde Schmitt und Aldynai Seden-Chuurak. Illustrationen von Alexandra Uccusic.
340 Seiten, Hardcover, Fadenheftung (ISBN 978-3889776938).
Zahlreiche Illustrationen in s/w. (D) 22,95, (A) 23,60, CHF 38,60 (UVP)

gesangMongusch B. Kenin-Lopsan (2013)
SCHAMANENGESÄNGE AUS TUWA

Die Schamanengesänge aus Tuwa vervollständigen das Lebenswerk des bekannten Schriftstellers, Historikers und Schamanismusforschers Professor Dr. Mongusch Kenin-Lopsam. Er hat viele Jahrzehnte hindurch diese Lieder gesammelt. Zum ersten Mal werden sie hier in deutscher Sprache präsentiert.

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Tuwas extreme Lage im Süden Sibiriens, an der Grenze zu Mongolei, hat dazu beigetragen, die urtümliche Kultur der Tuwinier weitgehend zu erhalten. Ein wichtiger Teil davon ist neben Kehl- und Obertongesang das Schamanentum. Die Stimmen der alten Schamanen sind längst verklungen – aber einige der zeitgenössischen haben wir auf der beiliegenden Video-DVD festgehalten.

Herausgegeben von Paul Uccusic. Aus dem Russischen von Isolde Schmitt und Aldynai Seden-Chuurak. Illustrationen von Alexandra Uccusic. Mit Film- und Musikbeispielen auf beiliegender DVD.
325 Seiten, Hardcover, Fadenheftung (ISBN 978-3-88977-694-5).
Zahlreiche Illustrationen in s/w. (D) 22,95, (A) 23,60, CHF 38,60 (UVP)

psychoWinfried Picard (2006)
Schamanismus und Psychotherapie: Kräfte der Heilung

Winfried Picard, Psychotherapeut und schamanisch Praktizierender versucht mit seinem Buch einer Brückenschlag zwischen zwei klassischen Disziplinen der Seelenforschung: Schamanismus und Psychotherapie.

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Der deutsche Psychotherapeut und schamanische Behandler Dr. Winfried Picard versucht im Buch „Schamanismus und Psychotherapie“ einen Brückenschlag: Schamanen sind seit alters her Spezialisten für den Umgang mit der Seele – und Seele ist auch in der Psychotherapie für den Kranken nicht ganz unwichtig.

Alles Angelegte strebt nach Verwirklichung, nach Entwicklung; die Seele strebt nach Vollständigkeit. Auch in der Psychotherapie geht es darum. Das durch Abwehr überbeanspruchte, eingeschränkte Seelenleben soll wieder vollständiger werden, heiler als es ist. Vollständigkeit bedeutet auch Balance. Nicht nur Patienten leiden unter Seelenbeschränkung, Seelenverlust. Je stärker dieser Verlust, desto größer das (unbewusste) Streben nach Seelenrückholung, wie Winfried Picard das nennt. Gesucht wird das Heil und der Weg aus dem Un-Heil.
Picard denkt und arbeitet vom Grunde her, aus dem Anfang der Heilkunde. Er geht über die gewohnten Gleise hinaus und fragt nach den noch tieferen Gründen der Seele. Er knüpft an uraltes Heilwissen an. In eindrucksvollen Beispielen zeigt er, wie er arbeitet. So wie die Heilpersonen, wie die Schamanen in alten Zeiten schon gearbeitet haben.

Jahrzehntelange Erfahrung
Doch er ist ein moderner Schamane. Er hat Jahrzehnte Erfahrung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und verliert nie den Bezug zur heute üblichen Therapie, kennt die Modelle und Techniken, kennt den Rahmen. Er holt den Leser ab beim zeitgenössischen Verständnis von Heil-Kunde. Er schlägt Brücken zwischen uraltem Wissen und dem Vorgehen in der heutigen Psychotherapie. So am Beispiel von Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierter und analytischer Psychotherapie, Hypnose und Symboltherapie.

Mittler zwischen heilenden Kräften
Es gibt immer wieder Parallelen. Therapeut und Schamane sind Mittler zwischen den heilenden Kräften und dem Heilung Suchenden. Der Weg führt so gut wie immer über das Reich der Imaginationen. Dabei nutzt der schamanische Therapeut sehr konsequent die eigenen Bilder als Mittel, arbeitet mit seiner Gegenübertragung.
Zentral für den Prozess des Heil-Werdens ist die Trance. Wichtig das unbedingte Vertrauen in die helfenden Kräfte. Wie besonders in der Traumatherapie wieder entdeckt, werden die inneren Helfer aktiviert. Die Beachtung von Stabilität und Ich-Stärke und auch des sozialen Systems sind selbstverständlich.
Keine therapeutische Richtung wird verteufelt, diesem Schamanen ist nichts fremd. Die Seele wird in einer ungewohnten Weise ernst genommen mit ihren Erd- und Himmelswurzeln. Es besteht eine deutliche Affinität zu Jung und seiner Lehre von den Archetypen und Symbolen. Symbole zeigen uns den Weg zu den Kellern unter den Kellern. In diesen finden sich Kräfte, die zuzulassen gut tut.

Hilfreiche Wesen
Es gibt hilfreiche Wesen und die jedem innewohnenden Möglichkeiten. Eine weitere Affinität besteht zur existenziellen Psychotherapie. Anders als in manchen zu pragmatischen Vor-gehensweisen bleibt die Frage nach dem Sinn stets präsent. Existenzielles wie etwa den Tod zu verleugnen, kostet Kraft, wird Teil der Neurose. Tod bedeutet symbolisch aber auch Tod überlebter Konzepte und damit Neubeginn.
Was wirkt in der Psychotherapie? Wir haben erst einiges verstanden, vieles jedoch liegt immer noch im Dunklen.
Dieses Buch hilft erweitern, ergründen, pumpt altes Wissen in die Gegenwart therapeutischen Tuns. Schon mit Basistechniken der Tiefenpsychologie wie Arbeit mit freien Assoziationen und Träumen gelangt man in Bereiche, die genau besehen seltsam sind, ungewohnt und fremd, aber auch faszinierend.

Am Mainstream vorbei
Immer wieder gab es Tauchversuche am Mainstream vorbei. Die meisten Konzepte gab es schon früher, einige schon sehr lange. Sie verschwinden hinter Denk- und Fühleinschränkungen, werden jedoch immer wieder aus der Verdeckung gehoben, neu entdeckt . . .
Ein kluges Buch, das den Grund auslotet, ein bewegendes Buch, das in Bewegung bringt. Ein beglückendes Buch sogar. In den vielen anschaulichen Fallbeispielen wird deutlich: Winfried Picard ist in seinen Begleitungen unaufdringlich, eindrucksvoll und eindrücklich. Aufmerksam und präzise wird der tiefenpsychologische Focus erarbeitet. Er bleibt stets abgewogen, dabei tief herzlich und zugetan und sehr authentisch.
Er eröffnet eine neue Dimension der Einfühlung, die Tiefe unter der gewohnten Tiefe. Die Seele kann sich weiten in neue Tiefe, in neue Welt- und Herz-Verbundenheit. Ungewohntes wird bewohnbar, Heimat wird dort erworben, wo vorher Angst drohte.
Mir hat das Lesen des Buches viel gegeben. Es hat mich erweitert und auch ein wenig demütiger gemacht. Seine Herzlichkeit und Menschenliebe haben mich angerührt. Ich bin sicher, es wird anderen ebenso gehen, seien sie Patient, Therapeut oder der „normale“ Mensch auf dem Weg zum eigenen Heil, der Suche nach sich selbst.
Wir Therapeuten sind Vermittler, öffnen Kanäle. Vielleicht sind wir ja mehr den Schamanen verbunden als wir ahnen.

Lutz Rosenberg
Dozent Lutz Rosenberg, geb. 1941, ist Diplompsychologe und Mitbegründer der Deutschen Fachgesellschaft für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
(Aus dem Vorwort zur 1. Auflage des Buches.)

1. Auflage 2006, 2. Auflage 2014
248 Seiten, gebunden,
ISBN 978-3887552459, Param, € 22,80
Auszug mit freundlicher Genehmigung des Param-Verlags, Ahlerstedt

heuteWinfried Picard, Sylvia Wohlfarter (Hrsg.)
SCHAMANISMUS HEUTE – Aktuelle Beiträge aus Praxis und Forschung

Dieses Buch, an dem u.a. verschiedene Fakultätsmitglieder der Foundation for Shamanic Studies Europe mitwirkten, spannt einen Bogen von grundlagenorientierter Forschung über die Diskussion essentieller Konzepte bis hin zu Experimenten zu spezifischen schamanischen Praktiken.

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Schamanismus präsentiert sich auch in unseren so genannten westlichen Gesellschaften lebendig, vielfältig und praxisrelevant. Dies stellt ´Schamanismus heute. Aktuelle Beiträge aus Praxis und Forschung´, herausgegeben von Winfried Picard und Sylvia Wohlfarter, unter Beweis.
Das Buch, an dem u.a. verschiedene Fakultätsmitglieder der FSS Europa mitwirkten, spannt einen Bogen von grundlagenorientierter Forschung über die Diskussion essentieller Konzepte bis hin zu Experimenten zu spezifischen schamanischen Praktiken. Beiträge zu Themen wie ´Kraft´, ´Seele´, ´Animismus´ oder ´Zwischenwelten´ sind darin ebenso zu finden wie Artikel zum Totentanz, dem schamanischen Theater, der Schwarmbildung oder der Dunkelheit. Auch Fragen zur Relevanz des Schamanismus im 21. Jahrhundert und zu etwaigen Schnittflächen mit den wissenschaftlichen Disziplinen Medizin oder Physik werden behandelt.

Persönlich geschrieben, auf Grundlage der eigenen Erfahrungen, zeigt diese Veröffentlichung die theoretische wie praktische Breite des Schamanismus auf, die ihn so wertvoll auch für uns, hier und heute, macht. Es ist ein Buch von Schamanisch Praktizierenden für Schamanisch Praktizierende.
Gewidmet Paul Uccusic.

Im Folgenden finden Sie eine Leseprobe:
Den Schamanismus muss man selbst erfahren, man kann, wie überhaupt im Leben, nicht viel von den Erfahrungen anderer lernen. Möglicherweise kann es einem jedoch helfen zu wissen, dass dieser magische Weg keine Gerade ist, sondern ein gewundener Pfad über hohe Berge und durch tiefe Täler, wo die Natur stark ist und man eben nicht mogeln kann.
Am Anfang unserer schamanischen Erfahrung gebären wir uns selbst in neue Welten, die sich auf schamanischen Reisen auftun. Wir bekommen Kontakt zu helfenden Geistwesen. Es ist, als schleiche sich Zauberkraft in unser Leben. Wir erlauben uns endlich, wieder wie Kinder zu sein, die nicht dauernd nachdenken, sondern sich dem Leben öffnen und hingeben.
Viele Leute entdecken den Schamanismus bei der Foundation for Shamanic Studies. Die zwei Tage im Basisseminar sind oft wegweisend. Das Entdecken der mitfühlenden Geister lässt ihre Kraft erleben. Erstaunen stellt sich ein. Die von ihnen angebotene Hilfe kann schnell erstes Vertrauen schaffen.
Angesichts der neuen Erfahrungen können die Stimmungen durchaus wechseln. Enthusiasmus kann sich breit machen, aber auch Zweifel und Unglaube. Die Zweifel haben durchaus Berechtigung, weil sie vor der Vernachlässigung des Alltagslebens bewahren. Die schamanischen Erfahrungen müssen nämlich als eigener Erlebnisraum abgrenzbar sein.
Ein Schamane, eine Schamanin steht im Lebensraum verankert und kann anderen beistehen, weil er oder sie mit Kraft gefüllt und im Stande ist, sich immer wieder in einer Harmonie einzufinden, in der große Konflikte verebben und Lebensfreude genährt wird.
(Ulla Strässle, ´Andererseits´, S. 21f.)

248 Seiten, gebunden,
ISBN 978-3887552480, Param, € 23,40
Auszug mit freundlicher Genehmigung des Param-Verlags, Ahlerstedt

Roland Urban, Andreas J. Hirsch (Hrsg.) (2016)
SCHAMANISMUS UND WISSENSCHAFT – SHAMANISM AND SCIENCE

Schamanismus und Wissenschaft – auf den ersten Blick sind das zwei Wege des Wissens, die verschiedener nicht sein können. Doch auf den zweiten Blick zeigen sich nicht nur innere Gemeinsamkeiten dieser beiden Weltsichten, sondern auch so manche Gelegenheit für einen Brückenschlag, ja für ein komplementäres Zusammenwirken.

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Das Buch „Schamanismus und Wissenschaft“ versucht, Sichtweisen verschiedener WissenschaftlerInnen wie schamanisch Praktizierender zusammen zu führen und das Verbindende auszuloten.
Die Bandbreite der Beiträge spiegelt die Vielfalt der Realitätsentwürfe wider, die mit einer komplementären Sicht auf Schamanismus und Wissenschaft einhergehen. Nicht wenige der AutorInnen stellen sich der Herausforderung, wissenschaftlich fundierte Tätigkeit mit schamanischer Weltsicht und Praxis in Einklang zu bringen. Künstlerische Arbeiten, die an schamanische Traditionen anknüpfen oder von der schamanischen Erfahrung inspiriert sind, rundeten das Spektrum ab.

128 Seiten, 27 Abbildungen, gebunden. Texte in deutscher und englischer Sprache.
FSSE, € 12,80.