SIND AUCH DIE GEISTER ÜBERFORDERT?

ueberfordert

Ursachen und Zusammenhänge sind seit langem bekannt: Der Mensch der Industriegesellschaft zerstört die Natur und damit die Lebewesen, ob sie nun von dieser Industrie profitieren oder nicht (1). Einsicht ist, trotz Jahrzehnten Ökobewegung und zunehmender spiritueller Lebenshaltung, nicht wahrzunehmen. Weder im Westen noch in den wachsenden Wirtschaftsmächten des Ostens, China und Indien, gibt es eine heilsame Entwicklung für unsere gemeinsame Welt. Native Kulturen sind dem machtlos ausgeliefert. Die warnenden Rufe ihrer Schamanen und Schamaninnen erreichen uns zwar, aber eine Wirkung auf das gemeinsame Ökosystem ist nicht sichtbar.

Ökologie – die älteste Wissenschaft
Ökologie wurde von Ernst Haeckel 1866 das erste Mal als Wissenschaft definiert (2). Ökologische Grundlagenforschung hat somit eine Universitäts-Karriere von nicht einmal 150 Jahren hinter sich, ist also, etwa im Vergleich zur Physik, eine junge Disziplin.
Als angewandte Wissenschaft ist sie freilich eines der ältesten Systeme, Wissen zu schaffen, um Überleben zu sichern. Dazu mussten die Menschen immer schon die Natur beobachten und das, was sie wahrgenommen hatten, in ihr Leben einbauen.
Solange dieses Wissen mündlich weitergegeben wurde, hatte es den Vorteil, sich leicht an verändernde Umweltbedingungen anzupassen. Niederschreiben machte den Wissenstransfer dann zwar sicherer und umfassender, aber auch starrer. Die Form gewann mehr an Bedeutung als der Inhalt. Der Krug wurde wichtiger als das Wasser darin.
Die Kogi sind ein Volk, das sehr zurückgezogen in der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien lebt. Bereits 1926 äußert Konrad Theodor Preuß seine Bewunderung für die Kogi, wie sie mit ihrer Umwelt und sich verändernden Umweltbedingungen umgehen:
„Das nenne ich geistiges Schaffen des Stammes, der sich aus allem, was auf ihn eingewirkt hat, ein eigenes Leben gezimmert hat, unbegreiflich für unsere alles Eigenartige vertilgende Kultur, aber für den einsamen Forscher so überwältigend, daß er, der Seelensuchende, ein Stück der seinigen dort zurücklassen muss”(3).
Preuß hat seine Studien in Mexiko und Kolumbien zu Beginn des vorigen Jahrhunderts gemacht. Die Ethnologie interessiert sich vor allem für seine Dokumentation über Ausdrucksformen von spiritueller Macht, Mythos und Magie. Für schamanisierende Menschen wird auch ein anderes Thema große Bedeutung haben, nämlich Preuß’ Arbeiten zu Zauberkraft und Animismus. Der Animismus galt damals als Ursprung der Religionen: Im schamanischen Universum ist alles beseelt. Preuß aber ging von einem Prä-Animismus aus, von einem Konzept des Zaubers und dem Wirken einer unpersönlichen spirituellen Macht (4). Vermutlich lassen sich beide Formen nicht voneinander trennen.

Spirituelle Kraft Aluna
Die Kogi (oder Kaggába) als kulturelle Erben der Tairona nennen sich selbst „Die großen Brüder“ im Gegensatz zu uns, den noch unreifen, „jüngeren Brüdern“, deren Handeln von Torheit und Habgier bestimmt ist. Sie nennen uns so entsprechend der Erfahrung, die ihre Vorfahren mit den weißen Europäern gemacht haben. Der britische Journalist und Filmemacher Alan Ereira durfte bei den Kogi viel von ihrer Weisheit erfahren, um es als Wissen, Warnung und Hilfestellung an die westliche Zivilisation der Industriewelt weiterzugeben.
Im Zentrum steht Aluna, ein Geheimnis, eine Mutter-Kraft, nicht Mensch, nicht Ding, aus dem Ozean kommend, das Meer, das Fruchtwasser. Es ist ein Konzept der Weiblichkeit (offensichtlich nicht Matriarchat), aufgebaut auf Balance, Harmonie, Geben und Nehmen. Aluna, die zentrale spirituelle Kraft („Mutter“), gebiert alles, sowohl die Form, das Materielle, als auch den Inhalt, die Intelligenz, die das Materielle formt (5).
Eine spirituelle Lebenshaltung allem „Geborenen“ gegenüber, also der gesamten Welt, wird gelebt. Die Aufgabe der Mamas, der Priester-Schamanen, ist es, profundes Denken über alle Bereiche, die Dingwelt betreffend, zu pflegen. Das bedeutet, die nichtalltägliche Wirklichkeit in alle Belange einzubeziehen. Alles andere wäre gedankenlos und ohne Bewusstsein für die volle Bedeutung und die Konsequenzen eines Geschehens. Segensprechen, Wahrsagen sind heilsame Handlungen, in denen der Mama selbst Aluna wird (5).
Die Kogi leben in klaren Strukturen nach strikten sozialen Richtlinien, die jeden Einzelnen betreffen. Das Zusammenleben in den Familien ist genauestens vorgeschrieben und strikt einzuhalten. Durch die Anordnung der Anbaugebiete in Gartenbauweise, aufgeteilt auf mehrere Höhenebenen, verfügt jede Familie als ökonomische Lebensbasis über Zugang zu vielen verschiedenen ökologischen Systemen.
Das heißt, jede Familie hat Anbauflächen in unterschiedlichen Höhenlagen und kann daher viele verschiedene Gartenfrüchte anbauen. Vielfalt als Existenzsicherung, keine Abhängigkeit von Monokulturen. Es gibt wirtschaftliche Kontakte zu den benachbarten „creoles“ (6). Trotz dieser Kontakte nach außen und der Berührung mit „Geld“ scheint es den Kogi zu gelingen, ein intaktes Ökosystem in ihrem abgegrenzten Gebiet aufrechtzuerhalten.

Was können wir von den Kogi lernen?
Ökologie: Die Lehre vom Haushalt der Natur. Wie könnte sich darin ein schamanisches Weltbild wiederfinden? Animistisches Denken – alles ist belebt, hat eine Seele – ist einer der Wege zum bewussten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Ein modernes Wort ist „Nachhaltigkeit“, der ökologische Fußabdruck, den man hinterlässt.
Der nachhaltige und von Einsicht in ökologische Abläufe geprägte Umgang mit der Natur, wie er den nordamerikanischen Indianern nachgesagt wird, entspringt der Wahrnehmung der übernatürlichen Wesen, die überall gegenwärtig sind (7). Ein Verhalten, das Galsan Tschinag als „die Geister gut stimmen“ bezeichnet (8). Nicht nur als Aufgabe des Schamanen, sondern jedes einzelnen eines Stammes, ansonsten Tabus gebrochen werden und Schaden über die Gemeinschaft kommt. Die Hinwendung zur Natur als Lehrmeisterin im Bewusstsein der Abhängigkeit.
Dass es hier auch Fehlentwicklungen gab, sieht man am Beispiel der Maya: Sie rodeten große Wälder, um ihre Tempel zu bauen, Erosion und Trockenheit waren die Folgen (9).
Ein Beispiel für ökologisches Verhalten zeigt die Jagdmethode eines nordamerikanischen Indianerstammes: Vor der Jagd führt der Schamane ein bestimmtes Ritual durch. Dabei werden kleine Holzstückchen verbrannt, die Asche wird in einem Gefäß gemischt und bewegt. So wie die Asche zu liegen kommt, zeigt sie die Richtung an, in der die Jagd stattfinden soll. Somit wird immer wieder in einer anderen Gegend gejagt. Es erscheint wie Zufall, doch dadurch wird die vollkommene Abjagung einer Gegend vermieden (10).
Zum maßvollen Umgang mit den Ressourcen eines Ökosystems kommt der Aspekt, wie Produkte erzeugt und gehandelt werden. Das heißt, wie mit den daran arbeitenden Menschen umgegangen wird. Wie weit wir von einer Lebensweise wie die der Kogi entfernt sind, beschreibt der britische Journalist Leo Hickman. Er hatte den Versuch gestartet, ethisch korrekt zu leben. Er wollte seine Familie mit ethisch korrekten Produkten versorgen. Es ist ihm nicht gelungen (11).

Leben und Spiritualität vernetzen
In schamanischen Kulturen werden die sichtbaren wie die unsichtbaren, die alltäglichen wie die nichtalltäglichen Bereiche der Wirklichkeit, gleichermaßen wahrgenommen. Alltags-Leben und Spiritualität sind vernetzt. Daher ist auch der Alltag in schamanischen Kulturen spirituell geprägt. Das Brotbacken, das Korbflechten, das Getreidemahlen. Auch bei uns gibt es noch Reminiszenzen, etwa das Kreuzzeichen auf dem Brotlaib, bevor man ihn anschneidet. Ist die ursprüngliche Bedeutung einer solchen Handlung nicht bekannt, gilt sie als Aberglauben. Krug und Wasser haben scheinbar nichts mehr miteinander zu tun.
Das Durchweben des täglichen Lebens mit dem spirituellen Bewusstsein, dass alles aus einer Quelle kommt, führt zu einem anderen Aufgaben- und Eigentumsverständnis, als wir es in der individualisierten westlichen Industriewelt kennen (5). Es entsteht ein soziales Maßhalten als Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft und ein Gefühl der Gerechtigkeit. Wir können von schamanischen Kulturen wie die der Kogi lernen, dass man nicht ein „bisschen“ schamanisch leben kann, sondern dass es eine Lebenshaltung ist, die sich ausdrückt im Wort von Michael Harner: We are not alone – Wir sind nicht allein. Dieser bei der schamanischen Arbeit hilfreiche Satz bedeutet gleichermaßen Verantwortung.
Schamanisierende Menschen arbeiten mit den Geistern durch die unsichtbare Kraft, die wir Seele nennen. Wir pflegen Kontakt zu unserer Seele, mit der wir auf Reisen gehen. Fehlt der Kontakt zur eigenen Seele, herrscht Gedankenlosigkeit, Oberflächlichkeit. Die politische Denkerin Hannah Arendt hat im Kontext des Holocaust die Banalität des Bösen beschrieben (12). Nachdem sie kritisiert wurde, sie banalisiere das Böse, hat sie geantwortet, „… dass das Böse immer nur extrem ist, aber niemals radikal [radix lat. die Wurzel], es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie. Es kann die ganze Welt verwüsten, gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiterwuchert. Tief aber und radikal ist immer nur das Gute“ (13 ).
Da alltägliche und nichtalltägliche Wirklichkeit miteinander verwoben sind, die eine Welt die andere beeinflusst, ist aus der Sicht der Kogi grundsätzlich für alles „Heilung“ möglich. Das war ja unsere Eingangsfrage.

Ghost-Dance: Die Rückkehr der Büffel
Ereira zeigt in seinem Film Szenen, in denen sich Mamas mit einem Kraftwerk befassen, das der „Jüngere Bruder“ mit großer Euphorie gebaut, aber bald wieder aufgegeben hat und das als Industrieruine Kogi-Territorium verunzierte. Sehr bald nahm der Dschungel das Gebiet wieder in Besitz, Kessel und Röhren waren von Pflanzen überwuchert. Was taten die Mamas? Sie machten Rituale, Zeremonien, sie verwendeten Zaubersprüche und Gebete. „Es ist sehr anstrengend, man muss die Konzentration, die Verbindung mit Aluna, sehr lange halten“ – so die Erklärung eines Kogi-Schamanen. „Verschmelzung“ heißt das in Harners Diktion.
Es gibt weitere Beispiele aus nativen Kulturen. Michael Harner erwähnt den Ghost Dance des Paiute-Schamanen Wovoka, der auch im FSS-Seminar „Visionstanz“ gepflegt wird. Wovoka und die Tänzer erhofften sich die Rückkehr ihrer Ahnen und ihrer wichtigsten Subsistenz, der Büffel. Die Büffel sind tatsächlich zurückgekehrt, die Ahnen nicht. Als die Pocken die Jívaro befielen, fanden die Schamanen schnell heraus, dass die Pocken-Geister überlegen waren. „Aber ich hoffe, ihr lasst euch in euren Gruppen nicht abhalten, weiterhin Rituale für den Planeten zu machen“, so Michael Harner (14).
Die Kogi also scheinen zu wissen, wie es geht – aber sie wissen auch, dass es nicht einfach und nicht jeder dazu imstande ist. Der Schamane braucht besondere Kraft, ein besonderes Bewusstsein. Zum Schamanen muss man nicht nur geboren, sondern auch erzogen, ausgebildet, trainiert sein. Und wenn man diese Schule – die der Kogi scheint eine der härtesten zu sein – hinter sich gebracht hat, ist das noch immer keine Garantie dafür, dass ein wirklich hervorragender Mama (wörtl. „Erleuchteter“) entstanden ist.
Optimalerweise verläuft die Erziehung so: Ein von Schamanen ausgewähltes Kind wird von Geburt an in Abgeschiedenheit, in Finsternis, von einem cabo (Führer) und der Mutter unter genauer Beachtung von Ernährungs- und Reinigungsvorschriften großgezogen. Das Kind wächst in der nichtalltäglichen Wirklichkeit auf, lernt von den Geistern, durch Aluna. Die alltägliche Welt kommt erst später dran, und das nach und nach.

Was können wir selbst tun?
Gewiss sind wir keine Kogi-Schamanen. Was können schamanisierende Menschen wirklich tun gegen den Pilz der Industriegesellschaft, genannt Wirtschaftswachstum, der die ganze Erdoberfläche befallen hat? Zuerst einmal müssen wir uns wohl eingestehen, dass wir Profiteure sind, zumindest waren, auch die, die ausgestiegen sind – siehe Leo Hickman. Dazu könnte jeder für sich mit seinen Spirits, eventuell in einem Consilium, besprechen, woher wirklich sein, ihr Geld kommt. Nicht nur die direkte Quelle, sondern welchen Wertschöpfungslauf es vorher genommen hat, bevor es auf dem Konto gelandet ist. Denken wir daran, allein für die Herstellung von Geldmünzen verwenden wir Ressourcen eines Ökosystems, nämlich Metalle. Praktisch lassen sich diese Forschungsarbeiten in Trommelkreisen behandeln.
Vielleicht wäre es auch hilfreich, sich mit der Weisheit des Ökosystems des Landes zu beschäftigen, in dem man lebt. Eine Gruppe von Core-Schamanisten hatte die Gelegenheit, in der Gegend von Vorau, nördliche Oststeiermark (Österreich), spannende Kraftphänomene zu erleben. Es gibt dort ein gewaltiges Areal unterirdischer Erdställe und oberirdischer Lochsteine und Menhire, teilweise seit Jahrtausenden in situ, die miteinander in Beziehung stehen. Die Funktion der unterirdischen Stollen und Räume ist aus wissenschaftlicher Sicht nach wie vor ein Geheimnis. Aus persönlichen Wahrnehmungen der Anwesenden könnte eine der Funktionen darin gelegen haben, dass in den dunklen Gängen, Durchschlupfen und Räumen Heilungshandlungen passiert sind. Beeindruckend war eine Erklärung des Prähistorikers Heinrich Kusch (15), wonach es hier Anlagen gab mit Menhiren, die durch ihre besondere Setzung vermutlich zum Wettermachen dienten.

Die richtigen Fragen stellen
Wir sollten uns auch zutrauen, mehr in der Natur zu schamanisieren, ohne andere Menschen zu überfordern, aber fordern sollten wir unser Umfeld schon. Erstaunlich sind Erfahrungen, wie nahe Wildtiere kommen, wenn man eine Zeitlang ruhig im Wald sitzt. Wir haben bei einem Naturgeister-Seminar im Mai 2010 auf dem steirischen Schöckl mehrmals einen kleinen Auerhahn, den Birkhahn, mit seiner Henne bei der Balz erleben dürfen.
Alles ist belebt, alles ist vernetzt; es gibt Geister, die uns helfen – klar zu dieser Lebenshaltung zu stehen erfordert eine gewisse Praxis, manchmal auch Unbekümmertheit. Gewiss ist an vielen Arbeitsplätzen und in manchen Familien damit vorsichtig umzugehen, dennoch: Es geht ums Tun. Höchst praktisch zu den Geistern des Ortes reisen und zu fragen, was sie zur Situation des Ökosystems zu sagen haben, in dem man lebt und arbeitet.
Die Exxon-Valdez-Katastrophe vor Alaskas Küste im Frühjahr 1989, bei der 37.000 Tonnen Rohöl 2000 km Küste verschmutzten, veranlasste US-Trommelgruppen zu konzertierten Bemühungen(16); europäische Gruppen engagierten sich 1986 nach dem Super-GAU von Tschernobyl. Die Spätfolgen halten bis heute an, aber punktuelle Erfolge – Hilfe für geschädigte Menschen und lokale Bereiche – wurden gar nicht so selten berichtet.

Zwiesprache mit der Schlingnatter
Doch da gibt es noch die kleinen Meldungen. Dazu ein Beispiel aus der ländlichen Gegend im Norden von Graz, wie wir einzeln oder in einer Gruppe, für die Natur, für das „nahe“ Ökosystem, arbeiten können:
Ein Waldstück, das noch eine intakte Fauna an kleinen Wildtieren hat, sollte abgeholzt werden. Schlingnattern, Ringelnattern, Kröten und Frösche sowie seltene Libellen leben und vermehren sich dort, sogar der Pirol und viele andere Singvögel. Auch Falken kreisen immer wieder und fiepen.
Der erste Schritt war also, mit dem Geist des Ortes Kontakt aufzunehmen und mit einigen der dort lebenden Tiere zu kommunizieren. Im Kontakt mit einer Schlingnatter konnte das wunderbare Verhalten dieses Tieres in der alltäglichen Wirklichkeit einen Hinweis auf ihren Lebensraum geben: In aller Ruhe ist sie zuerst, nachdem sie angesprochen wurde, in Beobachtung geblieben und hat dann den Baum angezeigt, bis zu dem ihr Heimareal reicht. Sie hat sich auf den Baum geschlängelt und an einem Ast beidseits in aller Ruhe herunterhängen lassen. Es konnte mit dem Bauern Konsens erzielt werden, welche Baumbereiche stehen bleiben. Es war wichtig, zu versuchen, die Wünsche der dort Lebenden in der alltäglichen Wirklichkeit umzusetzen.
Michael Harner hat die Bedeutung der Arbeit vor Ort schon vor langer Zeit erkannt; seit langem werden „Living Treasures“, native Schamanen in verschiedenen Weltgegenden, finanziell und moralisch unterstützt, damit sie dort, wo sie leben, weiter als Schamanen und Schamaninnen arbeiten – oft gegen den Druck von Kirchen oder Großgrundbesitzern. Nicht nur ihr Wissen wird erhalten, sondern als Schamanen bleiben sie mit den Geistern des Ortes in enger Verbindung und können so in ihrem „Ökosystem“ der Natur wirken.

Quellen und Anmerkungen
(1) Farb, Peter (1963): Ecology. Time Life International (Netherland).
(2) Townsend, C.R., Harper, J.L. und Begon, M.E. (2002): Ökologie. Berlin, Heidelberg, New York.
(3) Aus dem Vorwort zu: „Eine Forschungsreise zu den Kagaba [Kogi]“, Konrad Theodor Preuß (1926). http://www.lateinamerika-studien.at/content/kultur/ethnologie/ethnologie-261.html; 25.07.2010.
(4) Mader, Elke: Kultur- und Sozialanthropologie Lateinamerikas. Eine Einführung. http://www.lateinamerika-studien.at/content/ kultur/ethnologie/pdf/ethnographen.pdf; 29.07.2010.
(5) Ereira, Alan (1990): The Heart of the World. Jonathan Cape, London. Deutsch: Die großen Brüder. Die Botschaft der Hüter des Lebens. Hamburg 1995. Umfangreiche Literaturliste sowohl von Preuß als auch von Reichel-Dolmatoff und anderen.
(6) Reichel-Dolmatoff, Gerardo (1990): The sacred mountain of Columbia´s Kogi Indians. Leiden.
(7) Feest, Christian (2000): Die Sache mit Manitu. Geo Epoche Nr. 4, Oktober 2000, S. 68-73.
(8) Galsan Tschinag (1998), pers. Mitteilung, Artstätten.
(9) http://diepresse.com/home/science/497816/index.do; 29.07.2010 (nach Journal of Archaeological Science, 22.7.2009)
(10) Leandro Herrero: Managing Irrationality. http://www.articleslash.net/ Business/ Management/287016__Managing-Irration-ality.html; 19.06.2010
(11) Hickman, Leo (2008): Fast nackt – Mein abenteuerlicher Versuch, ethisch korrekt zu leben. München.
(12) Arendt, Hannah (2006): Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. München.
(13) Schröter, Esther: Zur Banalität des Bösen bei Hannah Arendt. http://www.sicetnon.org/content/pdf/banalitaet_des_boesen_schroeter.pdf; 30.07.2010
(14) Michael Harner (2010): Persönliche Mitteilung, August 2010.
(15) Kusch, Heinrich und Kusch, Ingrid (2009): Tore zur Unterwelt. Das Geheimnis der unterirdischen Gänge aus uralter Zeit. Graz.
(16) Michael Harner (1989): The Valdez Catastrophe. FSS-Newsletter. Vol. 1, No. 4, Spring 1989; Exxon Valdez Catastrophe Follow-up und Susan Grimaldi: Ceremony for Valdez, FSS Newsletter Vol. 2 No 1., Summer 1989.

Dr.in Sylvia Wohlfarter ist Biologin/Biochemikerin und ehemaliges Fakultätsmitglied der Foundation for Shamanic Studies Europe.